Schallschutz mit nicht öffenbaren Fenstern – Das größte Problem der TA Lärm!
- Kevin On

- 23. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Schallschutz mit nicht öffenbaren Fenstern – Das größte Problem der TA Lärm!
Das Thema erfährt eine breite mediale Aufmerksamkeit, wird jedoch in der öffentlichen Wahrnehmung häufig falsch interpretiert. Im Zentrum steht die Frage nach nicht öffenbaren Fenstern. Diese Problematik tritt besonders dann auf, wenn neue Wohngebiete entwickelt werden sollen, sich jedoch in unmittelbarer Nähe bestehende Gewerbegebiete befinden, deren Betriebe relevante Schallemissionen verursachen. Wenn alle aktiven Schallschutzmaßnahmen ausgeschöpft sind, bleibt oft nur eine einzige Lösung: Im Bebauungsplan oder über Nebenbestimmungen nicht öffenbare Fenster in schutzbedürftigen Räumen festzusetzen.
Nicht öffenbare Fenster? Viele Menschen reagieren darauf mit Unverständnis: „Das ist doch völlig unsinnig! Wenn es mir zu laut wird, mache ich das Fenster zu. Wenn es kalt ist, mache ich es auch zu. Wozu gibt es denn sonst bereits vorgeschriebene schallgedämmte Lüfter? Das versteht doch kein Mensch!“
Was wie eine Bevormundung der Bevölkerung wirkt, hat jedoch einen streng normativen Hintergrund. Die TA Lärm definiert den maßgeblichen Immissionsort als den Mittelpunkt eines geöffneten Fensters, 0,5 m vor der Fassade. Wenn es schalltechnisch nicht möglich ist, an diesem Punkt die Immissionsrichtwerte einzuhalten, bleibt nur die Option, das Öffnen des Fensters auszuschließen. Denn aus Sicht der TA Lärm liegt bei einem nicht öffenbaren Fenster kein Immissionsort mehr vor.
In der Theorie ist das korrekt, in der Praxis jedoch für viele unverständlich. Beim Straßenverkehrslärm hingegen sind Schallschutzfenster längst akzeptierter Standard, ohne dass dies weiter hinterfragt wird.
Im Rahmen des sogenannten Bauturbos soll künftig eine Abweichung von den Vorgaben der TA Lärm möglich sein. Wie Behörden und Ämter damit umgehen, wird die Zeit zeigen. Was halten Sie von der TA Lärm und der Thematik nicht öffenbarer Fenster?
Haben Sie Probleme mit dem Gewerbelärm? Dann melden Sie sich doch gerne mal bei mir.



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