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Schallminderung in Innenstädten: Die Bedeutung der Straßenoberfläche

Bei der Diskussion um wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Verkehrslärm in Innenstädten stehen häufig Tempo‑30‑Regelungen oder die Verstetigung des Verkehrsflusses durch Kreisverkehre im Mittelpunkt. Aus schalltechnischer Sicht wird dabei jedoch eine Maßnahme oft in der Wirkung unterschätzt: die Straße selbst.


Nach den Ansätzen der RLS‑19 zeigen die Straßenoberflächenkorrekturen, dass lärmmindernde Asphaltdeckschichten einen erheblichen Einfluss auf die Emissionspegel haben können. Je nach Bauweise und Einsatzbereich sind Pegelreduktionen von bis zu −3,9 dB(A) möglich bei <=60 km/h (siehe RLS-19, Tabelle 4a), dass ist eine Reduzierung der Schallenergie um mehr als 60% und deutlich hörbar). Diese Pegelreduktion ist in der Regel mit sonstigen Einzelmaßnahmen nicht zu erreichen.


Diese Größenordnung ist aus schalltechnischer Sicht bemerkenswert und auch spürbar, wenn man selbst im Auto sitzt.


Vorteile:

- Die Wirkung ist dauerhaft und wirkt über den gesamten Tagesverlauf

- Sie ist unabhängig vom individuellen Fahrverhalten

- Es entstehen keine Verlagerungseffekte 

- keine städtebaulichen Einschränkungen, wie sie z. B. bei Schallschutzwänden auftreten


Natürlich ersetzt die Wahl der Straßenoberfläche keine ganzheitliche Lärmschutzplanung. Dennoch zeigt die RLS-19, dass die Entscheidung für einen geeigneten Belag einen wesentlichen Beitrag zur Lärmminderung zukünftig leisten kann, oft stärker als einzelne verkehrsorganisatorische oder bauliche Zusatzmaßnahmen.


Aus fachlicher Sicht sollte die schalltechnische Wirkung der Straßenoberfläche daher frühzeitig und systematisch in die Planung innerstädtischer Verkehrsprojekte einbezogen werden.


 
 
 

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