Mobilitätswende = weniger Lärm? Die unbequeme Wahrheit zum Verkehrslärm!
- Kevin On
- vor 2 Tagen
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Viele Kommunen und Planer setzen große Hoffnungen in die Mobilitätswende: Elektroautos, Hybridfahrzeuge und damit weniger Verkehrslärm.
Doch rechnerisch sieht es anders aus.
Warum? Weil die maßgebliche Literatur zur Berechnung des Verkehrslärms „Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen, Ausgabe 2019“ (RLS-19) die zugrunde liegende Annahme trifft, dass Fahrzeuge mindestens mit 30 km/h zu berücksichtigen sind, basierend auf der deutschen Fahrzeugflotte auf Grundlage der damaligen verfügbaren Zulassungsdaten.
⚡ Elektrofahrzeuge sind hier nur geringfügig berücksichtigt, da ihr Anteil zu dieser Zeit niedriger war.
📉 Trends zeigen jedoch, dass die deutsche Fahrzeugflotte tendenziell leiser wird.
➡️ Elektrofahrzeuge sind im Mittel jedoch nur etwa 1 dB leiser als Verbrenner (Abschlussbericht „Fortsetzung der UBA-Zeitreihe zum Geräuschverhalten der deutschen Kfz-Flotte, 08/2025“).
🔊Die Mobilitätswende bringt also rechnerisch nicht automatisch viel leisere Straßen innerorts. Die Berechnung nach RLS-19 arbeitet mit Grundwertkurven der einzelnen Emissionen der Fahrzeuggruppen, doch diese spiegeln den Realverkehr besonders für Elektroautos bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten nur bedingt wider, da Motorengeräusche nicht mehr dominant sind, sondern Abrollgeräusche und AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System). Dieses gesetzlich vorgeschriebene akustische Warnsystem für Elektro- und Hybridfahrzeuge erzeugt bei niedrigen Geschwindigkeiten (bis ca. 20 km/h) künstliche, motorähnliche Geräusche, um Fußgänger und Radfahrer vor dem ansonsten leisen Auto zu warnen und so die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
📅 Das System ist seit Juli 2021 für neu zugelassene Fahrzeuge Pflicht, nicht deaktivierbar und muss das Fahrverhalten (Beschleunigen/Bremsen) widerspiegeln.
⚠️ Die Folge:
Planungen nach RLS-19 können die Lärmbelastung in der Mobilitätswende immer ungenauer abbilden, vor allem in Tempo-30-Zonen und bei zunehmendem Schwerverkehr (E-Lkw und E-Busse), z.B. an Kreuzungen.
✅ Geräuschmindernde Auswirkungen aufgrund der Mobilitätswende sind vorhanden, können aber mit der aktuellen einschlägigen Literatur nicht ausreichend abgebildet werden.
👉 Wie gehen Sie in Ihren Projekten mit dieser Herausforderung um?
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