Lärmschutz an Straßen - warum Tempo 30 und E-Mobilität nur die halbe Wahrheit sind!
- Kevin On

- 16. Apr.
- 1 Min. Lesezeit
Unsere deutschen Straßen: Gefordert wird Tempo 30, mehr Elektromobilität, also mehr E‑Autos und E‑Busse. Sie gelten heute als zentrale Maßnahmen für den Lärmschutz.
Dabei wird jedoch ein entscheidender Aspekt häufig übersehen: die Straße selbst. In der RLS‑19 wird als Referenz für die Emissionsberechnung stets der nicht geriffelte Gussasphalt angesetzt.
Diese Annahme unterschlägt, dass reale Straßendeckschichten altern. Mit zunehmendem Alter nehmen Schäden und Unebenheiten zu, wodurch das Abroll- und Rollgeräusch kontinuierlich ansteigt. Das bedeutet: Selbst bei leiseren Fahrzeugen wird die Straße mit der Zeit lauter, wenn sie nicht instandgehalten oder gezielt lärmoptimiert wird.
Die Straßendeckschicht hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Straßenverkehrslärm!
Welche Wirkung andere Straßendeckschichttypen haben, zeigt die RLS‑19 sehr konkret in Tabelle 4a. Dort sind Korrekturwerte für den Schallleistungspegel angegeben, getrennt nach Pkw und Lkw sowie nach Geschwindigkeit, jeweils im Vergleich zur Referenzdeckschicht:
Bereits klassische Splittmastixasphalte oder Asphaltbetone führen gegenüber dem nicht geriffelten Gussasphalt zu deutlichen Pegelminderungen von rund 1 dB bis knapp 3 dB, abhängig von Fahrzeugart und Geschwindigkeit.
Noch stärkere Effekte zeigen offenporige Asphalte, bei denen die Emissionspegel im Pkw‑Verkehr um etwa 5 dB und im Lkw‑Verkehr um mehr als 4 dB reduziert werden können. Auch lärmtechnisch optimierte Asphalte, wie sie etwa im Rahmen von LOA‑ oder SMA‑LA‑Konzepten eingesetzt werden, leisten einen erheblichen Beitrag zur Minderung der Verkehrslärmemissionen.
Diese Pegeldifferenzen sind keineswegs marginal, sondern machen im Alltag einen spürbaren Unterschied, insbesondere auf innerstädtischen Straßen und bei Straßenabschnitten >30 km/h, wo das Rollgeräusch eine dominante Rolle spielt. Lärmschutz beginnt nicht ausschließlich beim Fahrzeug, sondern bei der Straße selbst. Wir reden deshalb vom Straßenverkehrslärm und nicht vom Kfz-Lärm!
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