E‑Autos machen die Straßen nicht leiser, warum?
- Kevin On

- vor 1 Tag
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Mit Elektromobilität wird es auf unseren Straßen automatisch ruhiger. Kein Motorgeräusch, kein Brummen, klingt logisch. Aber in der Planungspraxis stimmt das so nicht.
Als Sachverständiger für den Schallschutz bin ich verpflichtet, bei der Beurteilung von Straßenverkehrslärm nach der 16. BImSchV die RLS‑19 (Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen, Ausgabe 2019) anzuwenden.
„Auf dem Papier“ führt ein höherer Anteil an E‑Mobilität nach RLS‑19 aber nicht dazu, dass es leiser wird. Denn die Richtlinien bilden im Wesentlichen die deutsche Fahrzeugflotte vor 2019 ab. Die Zusammensetzung verändert sich aber rasant (Hybrid-/EV‑Anteil steigt), während die Richtlinien naturgemäß langsamer nachziehen. Genau dadurch entsteht in der Praxis eine wachsende Lücke zwischen Flottenentwicklung und dem, was in Prognosen abgebildet wird.
Die RLS‑19 bildet den Straßenverkehr über Fahrzeuggruppen (Pkw, Lkw 1, Lkw 2) sowie Eingangsparameter wie Verkehrsstärken, Geschwindigkeiten, Fahrbahndeckschicht, Steigung und Knotenpunkte ab. Wenn die daraus ermittelten Emissionsparameter in der Prognose gleichbleiben, fällt die Berechnung nicht plötzlich niedriger aus, nur weil der Anteil elektrischer Pkw in der Realität wächst (E‑Auto sind nur statistisch einmal erfasst worden).
Was halten Sie davon, dass in der Theorie ein E-Auto und ein Verbrenner gleich zu behandeln sind?
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